Thomas Schlesinger

Diplom-Wirtschaftsinformatiker (FH)



Opportunitätskosten


Opportunitätskosten lassen sich definieren als der Wert der nächstbesten Alternative, die man aufgibt, indem man eine bestimmte Alternative (z. B. Handlung/Austausch) wählt. Anders gesagt: wenn ich die Alternative A statt B wähle, verzichte ich auf den Nutzen, den mir B bringen könnte. Oder: wenn ich A tue, muss ich B lassen.

Opportunitätskosten müssen unbedingt nicht monetär sein. Um mehrere Alternativen sinnvoll zu vergleichen, muss allerdings die gleiche Maßeinheit verwendet werden, man kann beispielsweise Alternativen auf einer Skala von eins bis zehn bewerten. Auch im Privatleben kann die bewusste Anwendung dieses Konzepts einen großen Nutzen bringen.

Im Kern geht es bei den Opportunitätskosten um ein Optimierungsproblem. Man hat verschiedene Handlungsoptionen, die meist einen unterschiedlichen Nutzen bringen und mit verschiedenen Kosten, z. B. in Form von Zeit-, Geld- und sonstigem Ressourcenbedarf verbunden sind. Dabei kann es sich sowohl um operative als auch strategische und taktische Abwägungen handeln. Sehr schön praktisch erleben kann man das auch bei einigen Computerspielen, wie beispielsweise bei Age of Empires.

Auch im Projektmanagement sind die Opportunitätskosten sehr wichtig. Beispielsweise sieht der Business Case in der Projektmanagementmethode PRINCE2 die Untersuchung von mindestens drei Handlungsoptionen (do nothing; do the minimum; do something) vor.

Ausgefeilte Anwendungen des Konzepts der Opportunitätskosten finden sich meiner Meinung nach im Paretoprinzip (80/20-Prinzip) und der Theory of Constraints.

Der Begriff Opportunitätskosten wurde vom österreichischen Nationalökonomen Friedrich von Wieser geprägt, man findet das Konzept aber bereits im Werk Was man sieht und was man nicht sieht, das der französische Volkswirt Frédéric Bastiat im Jahre 1848 geschrieben hat.